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Aufmerksamkeitsstörung oder Talentsignal
Die in den letzten Jahren erstaunlich zugenommene Verbreitung der so genannten Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung bei Kindern und Jugendlichen scheint den Blick der meisten Eltern, Lehrer, Psychologen und Ärzte auf das Phänomen Störung fokussiert zu haben.
Ist Ihnen so ein Kind bekannt?
Zerstreut, unkonzentriert, ständig abgelenkt. Aber: den Kopf voller Ideen und Einfälle. Hausaufgaben vergessen! Schulbücher? Nicht dran gedacht! Dem Unterricht im Sitzen folgen – fast unmöglich! Doch hochkonzentriert und aufmerksam, wenn der Unterricht interessant und die Themen spannend sind.
Geprägt wurde das Bild der so genannten Zappelphilippe. Hierbei geht es um Kinder und Jugendliche, die durch Unkonzentriertheit, Tagträumerei, Impulsivität, motorische Überaktivität und/oder soziale Verhaltensauffälligkeiten sowohl in der Familie als auch in der Schule auffallen und dort ein großes Maß an „Unruhe“ stiften.
Die derzeitige wissenschaftliche Bezeichnung dieser Phänomene heißt AD(H)S:
Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit oder ohne Hyperaktivität.
Stecken hinter dem Phänomen AD(H)S tatsächlich defizitäre Eigenschaften und Verhaltensweisen?
Natürlich nicht!
Die These:
Kinder und Jugendliche mit dieser Etikettierung sind oftmals hochsensibel, einfühlsam, sozial engagiert, spontan, begabt und rechtshemisphärisch. Dies gilt es zu erkennen und zu fördern.
Sie brauchen andere Formen der Wissensvermittlung und nutzen rechtsdominante Fähigkeiten für das Lesen und Lernen. Sie sind vor allem visuelle rechtshemisphärische Lerntypen.
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Doch sie „leben in einer Gesellschaft, in der vor allem derjenigen Menschen Respekt gezollt wird, deren linke Gehirnhälfte dominiert. Die sprichwörtliche – Intelligenzbestie-, die alle Vokabeln lernt, in der Rechtschreibung keine Fehler macht, ihre Mathematikaufgaben richtig löst und überhaupt alles sauber und systematisch anpackt, hat in der Schule leichtes Durchkommen. Sie ist bei allen Lehrern und Lehrerinnen gut angeschrieben. Anders die träumerischen Schüler, bei dehnen die rechte Hemisphäre überwiegt. Sie folgen ihren Tagträumen, starren in die Wolken und erzählen lieber Geschichten, als das sie ihre Lektion lernen. Dafür bekommen sie als Lohn den – blauen Brief- oder eine disziplinarische Verwarnung mit auf den Weg nach Hause.“
Marilee Zdenek, Der kreative Prozeß |
>>> Talente und Begabungen, die auf Rechtsdominanz beruhen |